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Peter Petrel verstorben

Verfasst: Samstag 19. September 2026, 14:17
von Jukeboxjunkie
Peter Petrel ist im Alter von 86 Jahren verstorben.
ich habe diesen sympathischen Sänger sehr geschätzt.
Friedo

Re: Peter Petrel verstorben

Verfasst: Dienstag 22. September 2026, 15:27
von Dieter
Hallo,
heute aus der örtlichen Presse:

Schlager wie „Hamburger Deern“ machten ihn berühmt, doch eigentlich war Peter Petrel
ein Jazzer aus Hannover. Jetzt ist der Musiker mit 86 Jahren gestorben.
Von Simon Benne
Seine Auftritte gehörten zu den Siebzigern wie Schlaghosen und Pril-Blumen: Im Fernsehen war Peter Petrel damals omnipräsent. Er trat im „Blauen Bock“ und bei „Musik ist Trumpf“ auf, in der „Hitparade“ war er Stammgast.

Als Schlagersänger präsentierte er dort Songs wie „Ich fahr‘ so gerne Rad“, „Ich bin viel zu bescheiden“ oder „Kalle mit der Kelle“. Texte, für die es keine Lyrik-Preise gab, doch Melodien, die ganzen Generationen im Ohr blieben. Jetzt ist der Musiker im Alter von 86 Jahren in seiner Wahlheimat Koblenz gestorben.

Seine Karriere hatte der gebürtige Thüringer in Hannover begonnen – bei der Verlagsgesellschaft Madsack: „Ich jobbte bei der HAZ als Schriftsetzer. Später schrieb ich Musikkritiken – und nebenbei hob ich 1966 den Jazz-Club mit aus der Taufe“, erinnerte er sich einmal.

Schlagersänger war Peter Petrel (bürgerlich: Peter Sauer) nämlich nur im Brotberuf. Seinen größten Hit hatte er zwar 1972 als Teil des Duos Windows mit „How do you do?“ im Schlagergenre. Doch sein Herz hing am Jazz: „Beim Jazzen ist die Melodie nicht so festgelegt – das ist Freiheit in der Musik“, sagte er.

Mit welcher Leidenschaft er für den Jazz brannte, ließ sich besonders bei seinen kleinen Konzerten erleben, zu denen um die Jahrtausendwende manchmal nur noch ein paar Dutzend Besucher kamen. Wenn er im Hanseaten-Sound den Song „Hamburger Deern“ anstimmte, den er mit seinem Jux-Ensemble Rentnerband produziert hatte, kämpften in seiner Stimme noch Joe Cocker und Käpt’n Blaubär miteinander um die Vorherrschaft.

Bei Swingklassikern und Jazzstandards zeigte Petrel dann, dass er nicht zufällig Ehrenbürger von New Orleans geworden war: Kraftvoll und samtweich, rau und röhrend konnte seine Stimme sein, wenn Joe Cocker erst einmal die Oberhand gewonnen hatte. Und zwischen den Textzeilen blieb immer noch Platz für ein paar improvisierte „Skuddel-Wuddeldi-Wu“-Rufe.

Seinen Wurzeln blieb er treu; oft kehrte er in den Jazz-Club nach Hannover zurück. Bei einem Konzert dort erinnerte sich Jazz-Club-Veteran Uwe Thedsen an den Petrel der Siebziger: „Am Ende eines Altstadtfestes saßen einmal drei Musiker zusammen am Leineufer und spielten gemeinsam: Reinhard Mey, Hannes Wader – und er.“

Auch als alter Herr gab Petrel kraftvolle Konzerte: „Schlagersänger altern – aber wenn ein Jazzer mit grauen Haaren auf der Bühne steht, sagen die Leute sich: ‚Der muss wirklich gut sein‘“, erklärte er selbst augenzwinkernd. Jetzt ist er, wie es heißt, ruhig eingeschlafen.

Gruß
Dieter